Geschichte

Die Geschichte des Wiener Christkindlmarktes
Die Vermutung, Vorläufer des Wiener Christkindlmarktes wären bereits vor mehr als 700 Jahren abgehalten worden, trifft nicht zu. Im Jahr 1296, auf das sich solche Annahmen beziehen, erneuerte Herzog Albrecht I. lediglich die durch seinen Vater König Rudolf I. (von Habsburg) im Jahr 1278 erteilten Stadtrechtsprivilegien für Wien.

Diese erlaubten unter anderem auch die Abhaltung von bestimmten 14 Tage dauernden Jahrmärkten. Unter diesen Märkten war allerdings kein mit dem Weihnachtsfest im Zusammenhang stehender Jahrmarkt. Im mittelalterlichen Wien gab es sicher keine Weihnachtsmärkte, da die städtischen Abrechungen aus dieser Zeit keine Einnahmen und Ausgaben in einem solchen Zusammenhang ausweisen. Weil die Rechnungen aus dem 17. Jahrhundert nur lückenhaft vorhanden sind, kann für das erste Auftreten von Weihnachtsmärkten kein gesichertes Datum angegeben werden. Aufzeichnungen aus dem Jahr 1626 ergeben, dass "Hütten" am Graben und auf der Brandstätte, also vor Sankt Stephan, am 9. Jänner abgebaut und am 16. und 17. Dezember wieder aufgestellt wurden. In diesen Verkaufsständen boten "Peckn, Lebzelter und Zuggerpacher" ihre Waren an. Diese Stände fanden sich um die Weihnachtszeit im Bereich Graben - Stephansplatz bis ins Jahr 1761, dann wurde dieser Markt aufgelassen.

Bereits 1764 fand ein auf der Freyung abgehaltener Nikolo- und Weihnachtsmarkt Erwähnung. Da es dort gleichzeitig einen regulären Markt gab, führten Konflikte zwischen den Standinhabern des einen und des anderen Marktes im Jahr 1842 zur probeweisen Verlegung des "Nikolai- und Weihnachtsmarkts" auf den Platz Am Hof. Diese Verlegung wurde 1843 definitiv, jeweils am 5. Dezember wurden die 132 "Krippenmarktstände" aufgebaut und blieben bis Neujahr stehen.

1872 wurden die alten Wiener Jahrmärkte durch einen Beschluss des Gemeinderats aufgelassen, da sie ihren ursprünglichen Sinn in der modernen Großstadt verloren hatten, "mit Ausnahme des so genannten Christkindlmarktes". 1903 wurden die 128 Standbauten erneuert und erhielten erstmals elektrische Beleuchtung.

Eine schwere Zeit für die nun regelmäßig "Christkindlmarkt" genannte Veranstaltung begann mit dem Ersten Weltkrieg. 1923 wurde sie wieder auf der Freyung abgehalten, 1924 bis 1928 in bescheidenem Ausmaß vor dem Stephansdom. Ab 1929 auf den Neubaugürtel (oberhalb des Hesserdenkmals) verlegt, kehrte der Christkindlmarkt 1938 auf den Platz Am Hof zurück. In der Weihnachtszeit 1943 war noch einmal der Stephansplatz sein Standort, danach verhinderte der immer näher an die Stadt heran rückende und schließlich über sie hinweg ziehende Krieg seine Abhaltung. Zu Weihnachten 1946 wurde ein Neubeginn auf dem Platz vor dem Messepalast versucht.

1949 übersiedelte der Christkindlmarkt zurück auf den Neubaugürtel, wo er bis 1957 verblieb. Danach wieder vor dem Messepalast abgehalten, scheiterte im Jahr 1963 ein Versuch, den Christkindlmarkt als Pendant zum Fastenmarkt in der Kalvarienberggasse im 17. Bezirk zu etablieren. 1975 musste wegen des Baues der Tiefgarage vor dem Messepalast ein Ausweichquartier gefunden werden. Zunächst vorübergehend am Rathausplatz eingerichtet, schuf bald die Kombination von Weihnachtsmarkt und "Wiener Adventzauber" im beiderseits angrenzenden Rathauspark eine so stimmungsvolle Atmosphäre, dass dieser Standort für den Christkindlmarkt auf Jahre hinaus sicher scheint.

Quelle: wien.at

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